Briannas Erkrankung - Tantivy Terriers

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Briannas Erkrankung

Bericht über Briannas Erkrankung

Brianna war ein lustiger, frecher, ganz normaler Welpe. Sie wurde dreifach entwurmt, sediert für den audiometrischen Test am 04.06.2008 und am 19.06. 2008 fünffach geimpft, SHPPiL, wie wir das mit allen anderen Welpen auch bisher gemacht haben. Der audiometrische Test war neu, bisher haben wir einen Hörtest machen lassen (drehen des Kopfes nach einer Geräuschquelle durch einen TA bei 30 db und 60 db). Am Samstag, den 21.06.2008 war Wurfabnahme, alles in bester Ordnung, der festgestellte leichte Rückbiss Briannas ist zehn Tage später weg.

Montagabend, den 23.06.2008 bekommt Brianna Fieber und ist schlapp. Dienstag wird das Fieber recht hoch, es ist eine Schwellung im Kieferbereich zu sehen und sie hat fast 40 Grad. Gegen die Schwellung erhält sie Arnica.

Ich habe mit einem so hohen Fieber keine Erfahrung und bitte meinen TA vorbei zu schauen, was er tut und Brianna eine Amoxicillin-Spritze gibt. Depotwirkung drei Tage.

Am Mittwoch ist das Fieber genauso hoch und Brianna bekommt nun stündlich Hühnerbrühe und Wasser mit Traubenzucker eingeflößt.

Die Schwellung im Kieferbereich ist reduziert. Wadenwickel helfen nur bedingt, sie schläft nur und kann auch teils nicht aufstehen. Von irgend etwas ist auch die Motorik betroffen. Wohl kann sie ihre Ausscheidungen kontrollieren. Aber ansonsten benimmt sie sich, als ob sie eine Lähmung hätte, Sie kann z.T. nicht aufstehen, ausschließlich rollen oder robben.

Mein Verdacht ist die Staupeimpfung, da auch bei einer Gehirnstaupe motorische und neurologische Ausfälle auftreten.

Ab dem 27.06. verschlechtert sich Briannas Zustand, sie kann überhaupt nicht mehr aufstehen, lediglich ihre Ausscheidungen kontrollieren, aber auch das nicht immer. Sie frißt kaum, an der rechten Hinterpfote sind keine Reflexe mehr vorhanden, an den anderen drei Pfoten sehr wohl. Wir ziehen eine klassiche Homöopathin hinzu: www.elabi.de, da auch das zweite verabreichte Antibiotikum nichts gebracht hat und unser Tierarzt und die Ärzte in der Tierklinik, wo wir am 01.07. ein Blutbild erstellen lassen und Röntgenaufnahmen vom Kopf, Rücken und den Beinen anfertigen lassen, ziemlich ratlos sind.

Entzündungshemmende, fiebersenkende Mittel bringen kurzfristig Erfolg, jedoch entscheiden wir in Absprache mit der Homöpathin, diese nach Möglichkeit wegzulassen, da das Fieber ja eine Funktion im Körper hat.

Auffällig ist die Steifigkeit des Nackens, Berührungsempfindlichkeit an den Beinen und im Nacken, aber die Ohrspeicheldrüse ist nicht geschwollen, die Lymphknoten verdickt. Lymphknoten an den Knien und anderen Gelenken sind nicht verdickt. Wohl gibt es aber nach ca 14 Tagen an der Impfstelle, die vorher unauffällig war, einen Knubbel zu tasten. Briannas Ohren produzieren zu diesem Zeitpunkt eine Menge dunkles Ohrenschmalz, das eine Entgiftungsreaktion des Körpers darstellt.

Das Resultat des Blutbildes schließt Krankheiten mit ähnlichem Erscheinungsbild wie Toxoplasmose, Neosporose und Anaplasmose (obwohl unser Welpe keine Zecke hatte) aus.

Am 01.07.2008 sehen Briannas Lymphknoten am Hals so aus (linkes Bild) - auf dem rechten Bild ist der rechte Lymphknoten zum ersten Mal geplatzt und der linke stark angeschwollen.

Am 03.07. kommt aus den Ohren regelrechter Eiter. Immerhin kann Brianna nach Gabe von Silicea aufstehen und wenige wackelige Schritte laufen. Die Mutterhündin sowie eine Tante putzen Brianna die Ohren, wir halten sie jedoch von den anderen Welpen fern, da sie noch zu viele Schmerzen hat und zu wackelig ist. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass die hier genannten Mittel und Medikamente alle individuell verordnet worden sind und keineswegs bei jedem Hund so Anwendung finden würden, daher werden wir in der Folge auch nicht alle verordneten Mittel aufzählen, bzw. nennen.

Am 04.07. bin ich eine Nacht nicht da, da ich einen Vortrag halten muss - in dieser Nacht platzt der linke Lymphknoten das erste Mal auf. Wir wussten, dass das unter der homöopathischen Behandlung ziemlich wahrscheinlich sein würde, aber es macht uns doch sehr betroffen, dass unser Welpe ein Loch im Pelz hat. Es wird nicht das letzte bleiben.

Vor allem um die Schnauze herum ist jetzt ziemlich starke Schwellung vorhanden, manifestiert in kleinen Bläschen, z.T. sind diese aufgegangen, es bilden sich Krusten. Die Ohren sind immer noch heftig, suppen und die Ohrlappen sind jetzt richtig geschwollen und heiß. Sie schüttelt oft den Kopf, kratzt aber wenig. Das Kopfschütteln ist mehr angedeutet, ich vermute, es tut zu weh.

Am Montag, den 07.07.2008 platzt auch der immer größer gewordene linke Lymphknoten nach außen hin auf. Ich hatte gehofft, das würde uns erspart bleiben, da er unter Silicea weicher geworden war. Das rechte Loch ist schon etwas zugeheilt, jedoch ist der Lymphknoten darunter nun wieder härter und deutlich zu tasten. Die Mutterhündin putzt immer noch die Ohren und die beiden Wunden. Die anderen Hunde wenden sich mittlerweile ab, da der Welpe etwas speziell riecht. Wir hoffen nur, dass keinerlei Keime den Weg durch die Fistelöffnungen finden und keine Sepsis entsteht. Wir geben Propolis und Vitamin K1 ergänzend und spülen die Fistelgänge mit Calendula, was Brianna jedoch bald nicht mehr duldet, da es wehtut. So verlassen wir uns auf die desinfizierende Wirkung des Speichels von Mama und Tante.

Der körperliche Zustand von Brianna verbessert sich durch die Behandlung, sie kann wackelig laufen und frißt selbständig.

Der Körper entgiftet weiterhin über die Ohren, die Schnauze und die Lymphknoten.

Am 08.07. bezahle ich in der Tierklinik den Rest der Rechnung und erhalte ein an mich gerichtetes Schreiben des Impfstoffherstellers, in dem bekundet wird, dass das Schicksal meines Welpen „uns sehr berührt hat“. Gleichzeitig wird mitgeteilt, dass die geschilderten Symptome meines Welpen weder aus der Literatur noch sonst wie als Erscheinungen nach Vakzination aufgeführt sind. Die Meldung wurde dokumentiert und an das Mutterhaus weiter geleitet. Von Weiterleitung an das Paul-Ehrlich-Institut ist keine Rede.

Als der zuständige Tierarzt zuerst mit dem Impfstoffhersteller telefoniert hat, wurde telefonisch die Möglichkeit einer Impfreaktion nicht ausgeschlossen, natürlich müsse man sich hier erst noch an die oberen zuständigen Stellen wenden. Mit einer Meldung an das Paul-Ehrlich Institut hätte man keine Probleme, würde diese Meldung auch selbst vornehmen - der Tierarzt bat um Kopie des Berichtes. Da ich während des Telefonates neben dem Tierarzt stand, und er mir das Gespräch sofort wiedergegeben hat, bin ich über die schriftliche Abwiegelung mehr als entsetzt und sehr sauer.

Am Abend telefoniere ich mit einer Teilnehmerin des Gesunde-Hunde-Forums, die mir auf meine Nachfragen nach Impfstoffen und impfkritischen Zuchtverbänden ihre Telefonnummer gegeben hat – und sie weiß, was mein Welpe hat! Allerdings passen die zuerst aufgetretenen neurologischen Ausfälle und das hohe Fieber nicht zu den Symptomen, die dort geschildert werden - und ich bekomme von ihr einen Link zu der Thematik:

http://www.vetcontact.com/presentations/show.php?act=show&vid=396&langselect=de&lang

=de&ucnt=279&pflag=0&fglyt erstes Beispiel des Vortrages, der Australian Shepherd; im Vortrag wird darauf hingewiesen, dass die Staupeimpfung im Verdacht steht, eine dergestaltige Antwort des Immunsystems auszulösen.

Den beteiligen Tierärzten, einmal meinem TA und auch der Tierklinik sende ich am Mittwoch, den 09.07. 2008 die entsprechenden Links zu. Außerdem habe ich die Erkrankung meines Welpen durch Fotos dokumentiert. Der Tierklinik sende ich außerdem den Link zum EU-Formular zur Meldung des Verdachtes unerwünschter Tierarzneimittelwirkungen für Tierärzte und Angehörige der Gesundheitsberufe und teile ihnen mit, dass ich mit diesem Formular bei ihnen vorbeikommen werde, damit sie es mit mir gemeinsam an das Paul-Ehrlich-Institut bzw. an die entsprechende Stelle senden. Unterschrieben hat das Formular letztlich mein Tierarzt und mit Verspätung auch die Tierklinik.

Am 09.07.2008 geht es Brianna erstmals so gut, dass sie herumläuft und sogar ein wenig mit den anderen Welpen spielt, was aber nicht lange vorhält, wegen der Schmerzen. Bis zum 14.07. gibt es insgesamt ca acht Fistelgänge, die Lymphdrüsen schwellen jeweils erneut an, verhärten sich und platzen nach außen hin auf. Sie hat für etwa eine Woche erhöhte Temperatur, die sich erst nach dem 17.07. normalisiert, Brianna ist also mehr als vier Wochen krank. Ab dem 17.07. fängt es ihr an deutlich besser zu gehen. Inwieweit die Antibiose zu Schäden an den bleibenden Zähnen geführt hat, wird sich erst noch herausstellen. Für uns ist klar, dass unser Welpe nie wieder geimpft werden darf. Wie wir bezüglich der Tollwutimpfung vorgehen, können wir derzeit noch nicht entscheiden. Ob wir zu gegebener Zeit für Brianna ein Zuhause suchen? Dafür haben wir zu viel um sie gebangt und mit ihr gelitten. Auch darüber werden wir zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Briannas Wurfgeschwister, die zum Zeitpunkt der Erkrankung noch nicht ausgezogen waren, haben wir bis eine Woche nach der Wiederholungsimpfung mit dem Produkt eines anderen Herstellers hier behalten, bis wir einschätzen konnten, ob die Impfung vertragen wird. Wir haben in Absprache mit dem Tierarzt einen Impfstoff gefunden, der ab der 12. Woche für drei Jahre eingetragen werden kann. Die Wurfgeschwister, die schon ausgezogen waren, haben Empfehlungen erhalten, wie weiter geimpft werden soll, ein Wurfgeschwisterchen war ohnehin in ein impfkritisches Zuhause gezogen.

Eine Meldung an das Paul-Ehrlich Institut und an den Impfstoffhersteller haben wir gemacht. Eine weitere Antwort des Impfstoffherstellers erfolgte nicht. Das Paul-Ehrlich-Institut hat Briannas Fall unter der Rubrik canine juvenile Zellulitis erfasst und somit besteht statistisch gesehen kein Zusammenhang mit der Impfung. Interessant ist aber die Aussage, die gegenüber einem unserer behandelnden Tierärzte gemacht wurde, dass ausschließlich geimpfte Welpen in dieser Statistik erfasst wurden.

Wir haben am 26.07.2008 das Ergebnis der Titerbestimmung erhalten. Der Staupetiter war so hoch, wie er nur bei Erkrankung gemessen wird, so erhärtet sich mein ursprünglicher Verdacht bezüglich der Staupeimpfung.

Wir möchten uns außerdem bei Elke (www.elabi.de) und Andrea (www.stallwache.de) für ihre Hilfe bedanken.

Die Seiten Deutsche Pinscher von Calpunia und www.gesunde-hunde.com, sowie www.haustierimpfungen.de informieren weit und umfassend über Impfungen an Haustieren. Ich hoffe, dass ich alle, die diesen Bericht lesen, dazu bringen kann, Impfungen an ihren Haustieren kritisch zu betrachten. Wir sind dennoch keine Impfgegner, aber wir wünschen niemandem, so etwas erleben zu müssen, was wir mit Brianna erlebt haben. Daher ist Information der beste Weg zur kritischen Betrachtung.

Züchterisch gibt es folgende Möglichkeiten für uns: Es wäre möglich, Welpen ab der 12. Woche einmalig impfen zu lassen. Diese Impfung kann für drei Jahre eingetragen werden. Andernfalls wäre es sinnvoll, mit ca 7 Wochen die maternalen Antikörper der Welpen zu bestimmen, um so den optimalen Impfzeitpunkt fest zu legen. Nach Recherchen unsererseits liegt dieser häufig zwischen der 9. und 10. Lebenswoche, aber der Titer wird für jeden Wurf separat bestimmt, so dass hier auch andere optimale Impfzeitpunkte möglich sind. Nachdem der Zuchtverband die Leptospirose-Imfpung weiterhin vorschreibt, und die 4-fach Impfung für die Wurfabnahme gegeben sein muss, sind wir gezwungen, uns daran zu halten. Alle Welpen, die bis zur 12. Woche und länger bei uns bleiben, werden mit einem mehrjährig einzutragenden Impfstoff für SHP geimpft. Wir beraten die Welpenkäufer gerne weiter und wünschen uns impfkritische Menschen für unsere Welpen.

Keinesfalls werden wir weiterhin Impfschemata mittragen, bei denen ein Welpe während seiner ersten vier Lebensmonate bis zu sechs Mal mit Mehrfachimpfungen belastet wird - dies ist bei den Menschen auch nicht der Fall.

Am 27.07.2008 kann Brianna das erste Mal nach draußen und mit ihrem Bruder und zweien unserer Rüden einen Ausflug machen. Über die folgenden Bilder freuen wir uns daher sehr, weil sie für uns etwas ganz Besonderes sind:

Am 05.09. gibt es nochmal neue Fotos von Brianna. Bis Anfang September tränten noch beide Augen und das linke Ohr war nicht in Ordnung. Seit drei Tagen tränt nur noch das linke Auge ein wenig und das linke Ohr ist nun auch auf dem Weg der Besserung. Brianna hat schon alle Incisivi (Schneidezähne) bekommen, von denen bislang keiner verfärbt ist. Es scheint sie wird eine recht kompakte kleine Hündin, kaum größer als ihr Papa - und sie hat ein unwiderstehliches Grinsen, das ich irgendwann einmal einfangen zu können hoffe! Das linke Ohr wurde schließlich im Januar und Februar 2009 in Narkose gespült und nach Tupferprobe und Resistenztest mit systemischen und örtlichen Antibiotika behandelt. Danach ist Brianna endlich gesund.

Im November 2008 hat Brianna ihre eigene Seite bekommen.

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